Mobirise

Fahrt nach Bremerhaven

Helmut Paarmann

    Traditionell im Mai jeden Jahres veranstaltet der GEW-Kreisverband Steinburg seine dreitägige Fahrt für die Pensionär*innen. Immer werden Städte im Nord- oder Ostdeutschen Raum angesteuert. Ziele der 17. Fahrt waren Bremerhaven und Stade.
    So machten sich 52 Teilnehmer am Freitag auf den Weg über Glückstadt mit der Elbfähre nach Wischhafen und von dort über Bad Bäderkesa nach Bremerhaven. Nach dem Bezug des sehr schönem und zentralgelegenem Hotel Haverkamp, fuhren wir mit dem Bus zum gemeinsamen Abendessen zum „Schaufenster Fischereihafen“ in ein gemütliches Fischrestaurant.
    In diesem Teil der Stadt war der Ursprung der Hochseefischerei, wo über Jahrzehnte die Fischtrawler ihren gefangenen Fisch anlandeten, der hier in großen Hallen und Schuppen weiterverarbeitet wurde.  Seit dem Rückgang der deutschen Hochseefischerei mangels eigener Fanggebiete wurden die Schuppen und Hallen für andere Zwecke umgebaut: gemütliche Fischkneipen und Restaurants, kleine Läden und ein Fischerdorf, auch ein ehemaliger Fischtrawler kann dort besichtigt werden und im Seefischkochstudio kann man an einer Kochshow teilnehmen.
    Bei der am nächsten Tag stattfindenden Stadtrundfahrt kamen wir aus dem Staunen nicht heraus, wir bekamen ein ganz anderes Bild von Bremerhaven. Im 2. Weltkrieg beinahe total zerstört, keine Sehenswürdigkeiten blieben stehen, wurde es nach dem Kriege neu aufgebaut, autogerecht, wie die breiten Straßen erkennen lassen. Aber dann wurden neue Chancen ergriffen und ein neues Stadtzentrum an der Weser erbaut . “ Havenvelten“ mit seinen großen und berühmten Museen: dasDeutsche Schiffahrtsmuseum( erbaut von Hans Scharoun), das Deutsche Auswandererhaus, das Klimahaus 8 grad oder das neue Einkaufszentrum „Mediterraneo“. Und dem in der Segelarchitektatur erbauten Atlantic Hotel Sail City .
    Von der Aussichtsplattform in der 22. Etage erfreuten wir uns an dem atemberaubenden Blick auf die Weser und genossen den fantastischen Rundblick auf Bremerhaven. Nachmittags besuchten wir das Deutsche Schifffahrts-museum und hatten eine Führung in der Koggehalle, wo die älteste Hansekogge der Welt im Original beherbergt wird. 1962 in der Weser bei Bremen gefunden, wurde der Schiffsrumpf geborgen, nach Bremerhaven gebracht und hier in einem sehr aufwendigen Verfahren nach 30 Jahren ausgestellt. Wir bestaunten dieses 650 Jahre alten Schiffswrack, an dem uns der Bau eines mittelalterlichen Schiffes, das Leben und Arbeiten auf diesem Schiff anschaulich erklärt wurde. Übrigens war der Fund dieses Schiffes der Anlass für die Gründung des Deutschen Schiffahrtsmuseum. Die Führung ging im Außenbereich weiter zu schwimmenden Schiffen besonderer Art.
     Am Sonntagmorgen konnte jeder in eigener Regie die anderen Museen besichtigen. Viele wählten das Klimahaus, ein riesiges Gebäude, das aus der Ferne wie ein Boot aussieht. Hier wurde uns eine Reise durch die Welt ermöglicht, dabei konnten wir die unterschiedlichsten Klimazonen entlang des 8. Längengrades erkunden: von der Nordsee über die Schweizer Alpen, von der Sahelzone bis zur Antarktis. Nicht theoretisch, nein die Unterschiede der Temperaturen und Luftfeuchtigkeiten erfuhren wir hautnah. Ein intensives Erlebnis.
    Andere besuchten das Deutsche Auswandererhaus, an historischer Stelle erbaut, den von hier wanderten ca. 7 Millionen Deutsche nach Amerika aus. Der Gang durch das Museum ist so gestaltet, daß man die Auswanderung nacherlebt. (Schiffahrt, Ankunft in Amerika usw.)
     Am Nachmittag ging es nach Stade zu einem kurzen Bummel durch die alte Hansestadt mit dem Schwedenspeicher und den schönen mittelalterlichen Häusern, bevor wir zum Schloß Agathenburg fuhren zu einer gemeinsamen Kaffeepause. Das Schloß und der rustikale Pferdestall boten uns ein stilvolles Ambiente. Hier lebten einst die Königmarks, die für kurze aber intensive Zeit die Geschichte Europas mitgestalteten. Beim Rundgang durch das Schloß konnten wir in die faszinierende Welt des Barocks eintauchen. Ein großer Bogen vom modernen Bremerhaven zum Mittelalter.
     Zurück ging es über Hamburg nach Itzehoe.
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